Ein neues Zuhause für besondere Kinder in Neupasing

Der Start ist gelungen: Das Team ist komplett, die Technik funktioniert, und die Kinder haben sich – trotz der neuen Umgebung – schnell eingelebt. „Alle Mitarbeiter sind an Bord, die Abläufe funktionieren, und das Gefühl ist einfach gut“, fasst Axel Baeskow, stellvertretender Fachlicher Leiter, zusammen. Er ist in den ersten Wochen mit vor Ort, um die Hausleitungen in der Anfangsphase zu unterstützen.

Diplom-Sozialpädagoge Axel Baeskow vor dem neuen Kinderhaus München in Neupasing

Die Vorschul-HPT ist Kinderhaus-Neuland

Besonders prägend für das Haus ist die erstmalige Integration einer heilpädagogisch-therapeutischen Tagesstätte für Kinder im Vorschulalter. Hier werden Kinder begleitet, die sehr intensive Entwicklungsbesonderheiten aufweisen. Viele von ihnen sprechen wenig oder gar nicht, haben fein- oder grobmotorische Auffälligkeiten, sind in ihrer Entwicklung deutlich verzögert und benötigen besonders viel individuelle und einfühlsame Zuwendung. Sie können schnell überfordert sein oder reagieren stark auf Reize. Sie benötigen klare Strukturen, Rituale und Orientierung. Einige Kinder sind sehr impulsiv oder sie können ihre Gefühle noch nicht gut regulieren.

„Diese Arbeit ist herausfordernd, aber sie eröffnet Kindern Entwicklungschancen, die sie sonst kaum hätten“, so Baeskow. Um die Kinder bestmöglich zu fördern, werden diese durch ein interdisziplinäres Team aus ErzieherInnen, SozialarbeiterInnen, HeilerziehungspflegerInnen und PsychologInnen betreut und unterstützt. Künftig sind noch logopädische, ergotherapeutische und kunst- oder musiktherapeutische Fachkräfte vorgesehen.

Große Erleichterung für die Eltern

Auch für die Eltern bedeutet dieses Angebot eine enorme Entlastung. Viele haben lange vergeblich nach einem Platz gesucht, unzählige Absagen erhalten und sind zutiefst dankbar, endlich Unterstützung zu bekommen. „Man merkt, wie groß die Erleichterung ist, wenn Eltern spüren: Hier wird mein Kind angenommen, hier bekommt es Förderung“, erzählt Baeskow. Gleichzeitig zeigt der Andrang, wie groß der Bedarf ist – jedes Jahr müssen in München und Umgebung zahlreiche Kinder abgewiesen werden, weil die Plätze fehlen.

Bislang größtes Kinderhaus

Sowohl qualitativ als auch quantitativ ist das neue Haus in Neupasing anders: 14 Gruppen, acht im Vorschul- und sechs im Schulbereich, bieten Platz für jeweils neun Kinder. Jede Gruppe wird von mehreren Fachkräften betreut, ergänzt durch Hilfs- oder Praktikantenstellen und psychologische Dienste. Damit wird eine intensive und individuelle Betreuung ermöglicht, die den hohen Anforderungen gerecht wird.

Auch das Gebäude selbst trägt zum Gelingen bei. Ursprünglich nicht als HPT geplant, hat es sich zu einem „wirklich schönen Haus für Kinder“ entwickelt: helle Räume, warme Böden, moderne Ausstattung und eine freundliche Atmosphäre. Eltern und Mitarbeitende schätzen diese Rahmenbedingungen ebenso wie die gute Erreichbarkeit. Und wenn der Garten fertiggestellt ist, wird der Ort noch stärker das sein, was er schon jetzt ist – ein Platz, an dem Kinder sich wohlfühlen, wachsen und ihre Entwicklungsschritte gehen können.

Eröffnung des Kinderhaus München Neupasing Anfang September
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